Programma's

Liederen Weill

1. Seeräuber Jenny
(Kurt Weill/ Elisabeth Hauptmann/ Bertolt Brecht: Die Dreigroschenoper, 1928)

2. Barbara Song
(Kurt Weill/ Elisabeth Hauptmann/ Bertolt Brecht: Die Dreigroschenoper, 1928)

3. Moritat vom Mackie Messer
(Kurt Weill/ Elisabeth Hauptmann/ Bertolt Brecht: Die Dreigroschenoper, 1928)

4. Surabaya Johnny
(Kurt Weill/ Elisabeth Hauptmann/ Bertolt Brecht: Happy End, 1929)

5. Was die Herren Matrosen sagen
(Kurt Weill/ Elisabeth Hauptmann/ Bertolt Brecht: Happy End, 1929)

6. Mein Sohn
(Hanns Eisler/ Bertolt Brecht: Vier Wiegenlieder für Arbeitermütter, 1932)

7. Le Grand Lustucru
(Kurt Weill/Jacues Deval: Marie Galante, 1934)

8. One life to live
(Kurt Weill/ Ira Gerschwin: Lady in the Dark, 1941)

9. September Song
(Kurt Weill/ Maxwell Anderson: Knickerbocker Holiday, 1938)

10. Nannas Lied
(Kurt Weill/ Bertolt Brecht, 1939)

11. Le Train du Ciel
(Kurt Weill/Jacues Deval: Marie Galante, 1934)

12. Fennimores Lied
(Kurt Weill/Georg Kaiser: Der Silbersee, 1933)

13. Prolog & Epilog (Die sieben Todsünden)
(Kurt Weill/ Bertolt Brecht: Die sieben Todsünden, 1933)

14. I’m a stranger here myself
(Kurt Weill/ Ogden Nash: One touch of Venus, 1943)

15. Is it him or is it me?
(Kurt Weill/ Alan Jay Lerner: Love life, 1948)

16. Und was bekam des Soldaten Weib?
(Kurt Weill/ Bertolt Brecht, 1942)

17. The Princess of Pure Delight.
(Kurt Weill/ Ira Gerschwin: Lady in the Dark, 1941)

18. Tschaikowsky
(Kurt Weill/ Ira Gerschwin: Lady in the Dark, 1941)

1. Seeräuber Jenny
Meine Herrn, heut sehn Sie mich Gläser abwaschen
und ich mache das Bett für jeden.
Und Sie geben mir einen Penny, und ich bedanke mich schnell,
und Sie sehen meine Lumpen und dies lumpige Hotel
und sie wissen nicht, mit wem Sie reden.

Aber eines Abends wird ein Geschrei sein am Hafen
und man fragt: “Was ist das für ein Geschrei?”
Und man wird mich lächeln sehn bei meinen Gläsern,
und man sagt: “Was lächelt die dabei?”

Und ein Schiff mit acht Segeln
und mit fünfzig Kanonen
wird liegen am Kai.

Man sagt: “Geh, wisch deine Gläser, mein Kind”,
und man reicht mir den Penny hin,
und der Penny wird genommen, und das Bett wird gemacht,
es wird keiner mehr drin wohnen in dieser Nacht,
und Sie wissen immer noch nicht, wer ich bin.
Aber eines Abends wird ein Getös’sein am Hafen
und man fragt: “Was ist das für ein Getös?”
Und man wird mich stehen sehen hinterm Fenster,
und man sagt: “Was lächelt die so bös?”

Und das Schiff mit acht Segeln
und mit fünfzig Kanonen
wird beschiessen die Stadt.

Meine Herrn, da wird wohl Ihr Lachen aufhörn,
denn die Mauern werden fallen hin.
Und die Stadt wird gemacht dem Erdboden gleich,
nur ein lumpiges Hotel wird verschont von jedem Streich
und man fragt: “Wer wohnt Besonderer darin?”
Und in dieser Nacht wird ein Geschrei um das Hotel sein
und man fragt: “Warum wird das Hotel verschont?”
Und man wird mich sehen treten aus der Tür gen Morgen,
und man sagt: ”Die hat darin gewohnt?”

Und das Schiff mit acht Segeln
und mit fünfzig Kanonen
wird beflaggen den Mast.

Und es werden kommen hundert gen Mittag an Land
und werden in den Schatten treten,
und fangen einen jeglichen aus jeglicher Tür
und legen ihn in Ketten und bringen vor mir,
und fragen: “Welchen sollen wir töten?”
Und an diesem Mittag wird es still sein am Hafen,
und man fragt, wer wohl sterben muss.
Und dann werden Sie mich sagen horen: “Alle!”
Und wenn dann der Kopf fällt, sag ich: “Hoppla!”

Und das Schiff mit acht Segeln
Und mit fünfzig Kanonen
Wird entschwinden mit mir…

2. Barbara Song.
Einst glaubte ich, als ich noch unschuldig war,
und das war ich einst grad so wie du.
Vielleicht kommt auch zu mir einmal einer
und dann muss ich wissen, was ich tu.
Und wenn er Geld hat,
und wenn er nett ist,
und sein Kragen ist auch werktags rein,
und wenn er weiss, was sich bei einer Dame schickt,
dann sage ich ihm: ”Nein!”

Da behält man seinen Kopf oben,
und man bleibt ganz allgemein.
Sicher scheint der Mond die ganze Nacht,
sicher wird das Boot am Ufer festgemacht,
aber weiter kann nichts sein.

Ja, da kann man sich doch nicht nur hinlegen,
ja, da muss man kalt und herzlos sein.
Ja, da könnte so viel geschehen,
ach, da gibt’s überhaupt nur: Nein!

Der erste, der kam, war ein Mann aus Kent,
der war, wie ein Mann sein soll.
Der zweite hatte drei Schiffe im Hafen,
und der dritte war nach mir toll.

Und als sie Geld hatten,
und als sie nett waren,
und ihr Kragen war auch werktags rein,
und als sie wussten, was sich bei einer Dame schickt,
da sagte ich ihnen: ”Nein!”

Da behielt ich meinen Kopf oben,
und ich blieb ganz allgemein.
Sicher schien der Mond die ganze Nacht,
sicher ward das Boot am Ufer festgemacht,
aber weiter konnte nichts sein.

Ja, da kann man sich doch nicht nur hinlegen,
ja, da musst’ ich kalt und herzlos sein.
Ja, da könnte doch viel geschehen,
ach, da gibt’s überhaupt nur: Nein!

Jedoch eines Tags, und der Tag war blau,
kam einer, der mich nicht bat.
Und er hängte seinen Hut an den Nagel in meiner Kammer,
und ich wusste nicht mehr, was ich tat.
Und als er kein Geld hatte,
und als er nicht nett war,
und sein Kragen war auch am Sonntag nicht rein,
und als er nicht wusste, was sich bei einer Dame schickt,
zu ihm sagte ich nicht: “Nein”.

Da behielt ich meinen Kopf nicht oben,
und ich blieb nicht allgemein.
Ach, es schien der Mond die ganze Nacht,
und es ward das Boot am Ufer losgemacht,
und es konnte gar nicht anders sein.

Ja, da muss man sich doch einfach hinlegen,
ja, da kann man doch nicht kalt und herzlos sein.
Ach, da musste so viel geschehen,
ja, da gab’s überhaupt kein Nein!

3. Moritat vom Mackie Messer
Und der Haifisch, der hat Zähne,
und die trägt er im Gesicht,
und Macheath der hat ein Messer,
doch das Messer sieht man nicht.

An ‘nem schönen blauen Sonntag
liegt ein toter Mann am Strand
und ein Mensch geht um die Ecke,
den man Mackie Messer nennt.

Und Schmul Meier bleibt verschwunden,
wie so mancher reiche Mann,
und sein Geld hat Mackie Messer,
dem man nichts beweisen kann.

Jenny Towler ward gefunden
mit ‘nem Messer in der Brust,
und am Kai geht Mackie Messer,
der von allem nichts gewusst.

Und das grosse Feuer in Soho,
sieben Kinder und ein Greiss,
in der Menge Mackie Messer, den
man nichts fragt und der nichts weiss

Und die Einen sind im Dunkeln
Und die Andern sind im Licht
Und man siehet die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht.

4. Surabaya Johnny.
Ich war jung, Gott erst sechzehn Jahre,
du kamest von Burma herauf,
du sagtest, ich solle mit dir gehen,
du kämest für alles auf.
Ich fragte nach deiner Stellung,
du sagtest, so wahr ich hier steh,
du hättest zu tun mit der Eisenbahn
und nichts zu tun mit der See.

Du sagtest viel, Johnny,
kein Wort war wahr, Johnny,
du hast mich betrogen, Johnny,
zur ersten Stund,
Ich hasse dich so, Johnny,
wie du da stehst und grinst, Johnny,
nimm doch die Pfeife aus dem Maul, du Hund!

Surabaya Johnny, warum bist du so roh?
Surabaya Johnny, mein Gott, und ich liebe dich so.
Surabaya Johnny, warum bin ich nicht froh?
Du hast kein Herz, Johnny,
und ich liebe dich so.

Zuerst war es immer Sonntag,
das war, bis ich mitging mit dir,
aber dann schon nach zwei Wochen,
war dir nichts mehr recht an mir.
Hinauf und hinab durch den Pandschab,
den Fluss entlang bis zur See:
ich sehe schon aus im Spiegel
wie eine Vierzigjährige.

Du wolltest nicht Liebe, Johnny,
du wolltest Geld, Johnny,
ich aber sah, Johnny,
nur auf deinen Mund.
Du verlangtest alles, Johnny,
ich gab dir mehr, Johnny,
nimm doch die Pfeife aus dem Maul, du Hund!

Surabaya Johnny, warum bist du so roh?
Surabaya Johnny, mein Gott, und ich liebe dich so.
Surabaya Johnny, warum bin ich nicht froh?
Du hast kein Herz, Johnny,
und ich liebe dich so.

Ich habe es nicht beachtet,
warum du den Namen hast,
doch an der ganzen langen Küste
warst du ein bekannter Gast.
Eines Morgens in einem Sixpence Bett
werd ich donnern hören die See,
und du gehst, ohne etwas zu sagen,
und dein Schiff liegt unten am Kai.

Du hast kein Herz, Johnny,
du bist ein Schuft, Johnny,
du gehst jetzt weg, Johnny,
sag mir den Grund.
Ich liebe dich doch, Johnny,
wie am ersten Tag, Johnny,
nimm doch die Pfeife aus dem Maul, du Hund.

Surabaya Johnny, warum bist du so roh?
Surabaya Johnny, mein Gott, und ich liebe dich so.
Surabaya Johnny, warum bin ich nicht froh?
Du hast kein Herz, Johnny,
und ich liebe dich so.

5. Was die Herren Matrosen sagen
Hallo, jetzt fahren wir nach Birma hinüber,
Whiskey haben wir ja noch genügend dabei,
Und Zigarren rauchen wir Henry Clay,
Und die Mädels sind wir ja auch schon über
Na, da sind wir eben jetzt so frei
Na, da sind sie eben jetzt so frei

Denn andere Zigarren, die rauchen wir nicht,
Und weiter wie Birma reicht dem Kasten der Rauch nicht,
Und einen lieben Gott, den brauchen wir nicht,
Une einen Anstand, den brauchen wir auch nicht.
Na also, goodbye!
Und das segelt so hin und das kommt auch mal an,
Und ein lieber Gott lässt sich nicht blikken.
Und dem lieben Gott, dem liegt vielleicht auch gar nichts daran,
Und wenn, dann muss er sich drein schikken
Na also, goodbye!
Mit Mensch-bei-mir-nicht und Na-wat-denn-mein-Sohn,
Und fehlt’s wo, dann lass mich’s mal wissen
Und ‘ne feinere Regung nicht um ‘ne Million,
Da wird eb’n auf alles gepfiffen

Und das meer ist blau, so blau,
Und das geht alles seinen Gang,
Und wenn die Chose aus ist
dann fängt’s von vorne an.
Und das Meer ist blau, so blau,
Und das geht ja auch noch lang,
Und das Meer ist blau, so blau,
Und das Meer ist blau, so blau,
….. das Meer ist blau.

Hallo, da könnten wir zum Beispiel mal ins Kino gehn,
Das kostet Geld, das hat doch kein Gewicht,
Ja, graue Haare wachsen lassen wir uns nicht,
Leute wie wir, die müssen sich auch mal amüsieren.
Denn für uns, da gibt es keine Pflicht.
Denn für sie da gibt es keine Pflicht.

Zigarren unter fünf Cent, die rauchen sie nicht,
Und Schwarzbrot verträgt doch ihr Bauch nicht,
Und für’s andere sorgen, das brauchen sie nicht,
Und mal in sich gehen, brauchen die auch nicht,
Das hat kein Gewicht.
Und das lebt so dahin und das stellt sowas an,
Und ein lieber Gott lässt sich nicht blikken,
Und dem lieben Gott, dem liegt vielleicht auch gar nichts daran,
Und wenn, dan muss er sich drein schikken,
Ja, warum denn nicht?
Mit Mensch-bei-mir-nicht und Na-wat-denn-mein-Sohn,
Und fehlt’s wo, dann lass mich’s mal wissen
Und ‘ne feinere Regung nicht um ‘ne Million,
Da wird eb’n auf alles gepfiffen.

Und das meer ist blau, so blau,
Und das geht alles seinen Gang,
Und wenn die Chose aus ist
dann fängt’s von vorne an.
Und das Meer ist blau, so blau,
Und das geht ja auch noch lang,
Und das Meer ist blau, so blau,
Und das Meer ist blau, so blau,
….. das Meer ist blau.

Jetzt braucht da nur einmal ein Sturm zu kommen
Na ja, da ist ja schon das Dock von Birma.
Halt du, das ist doch nur ‘ne schwarze Wolkenwand,
Mensch, und die Wellen, ’s ist ja allerhand!
Mensch, das verschlingt uns die ganze Firma.
Ja, da sind wir ja jetzt glatt am Rand.
Ja, da sind sie eben jetzt am Rand.

Bald sinkt das Schiff zu Grund, das Meer geht drüber,
Und die versunken sind, sucht nur der Hai im See,
Da hilft kein Whisky mehr und keine Henry Clay.
Wo’s jetzt hingeht, da geht kein Mädchen mehr mit rüber,
Ja, da heisst’s auf einmal jetzt goodbye,
Ja, da heisst’s auf einmal jetzt goodbye!

Und das Wasser, das steigt, und das Schiff, das versinkt,
Und ein rettender Strand lässt sich nicht blikken
Nur ein Schiff, das nicht schwimmt,
Nur ein Strand, der nicht winkt,
Na, da muss ein jeder sich drein schikken
Na also goodbye!
Da hört man auf einmal keine grossen Reden mehr,
Da sind sie auf einmal alle ganz klein.
Da plappern sie plötlich alle ein Vater unser her,
Da will’s plötzlich keiner mehr gewesen sein.
Denn jetzt ist’s vorbei,
Und jetzt will ich euch mal was sagen:
Das kennen wir schon!
Da wird ein Leben lang das Maul aufgerissen,
Und steht so was dann vor Gottes Thron,
Dann wird in die Hosen geschissen.

Ja das meer ist blau, so blau
Und das geht alles seinen Gang,
Nur wenn die Chose aus ist,
fängt’s nicht von vorne an.
Ja, das Meer ist blau, so blau
Und das geht ja auch noch lang,
Ja das Meer ist blau, so blau,
Ja das Meer ist blau, so blau,
….. das Meer ist blau.

6. Mein Sohn, was immer auch aus dir werde
Mein Sohn, was immer auch aus dir werde,
sie stehn mit Knüppeln bereit schon jetzt,
denn für dich, mein Sohn, ist auf dieser Erde,
nur der Schuttablagerungsplatz da, und der ist besetzt.

Mein Sohn, lass es dir von deiner Mutter sagen:
auf dich wartet ein Leben, schlimmer als die Pest.
Aber ich hab dich nicht dazu ausgetragen,
dass du dir das einmal ruhig gefallen lässt.

Was du nicht hast, das gib nicht verloren,
was sie dir nicht geben, sieh zu, dass du’s kriegst.
Ich, deine Mutter, hab dich nicht geboren,
dass du einst des Nachts unter Brückenbögen liegst.

Vielleicht bist du nicht aus besonderem Stoffe,
ich habe nicht Geld für dich noch Gebet,
und ich baue auf dich allein, wenn ich hoffe,
dass du nicht am Stempelstellen lungerst und deine Zeit vergeht.

Wenn ich nachts schlaflos neben dir liege,
fühl ich oft nach deiner kleinen Faust.
Sicher, sie planen mit dir jetzt schon Siege.
Was soll ich nur machen, dass du nicht ihren dreckigen Lügen traust?

Deine Mutter, mein Sohn, hat dich nicht belogen,
dass du etwas ganz Besonderes seist,
aber sie hat dich auch nicht mit Kummer aufgezogen,
dass du einmal im Stacheldraht hängst und nach Wasser schreist.

Mein Sohn, drum halte dich an deines gleichen,
damit ihre Macht wie ein Staub zerstiebt.
Du, mein Sohn, und ich und alle unsres gleichen
müssen zusammenstehn und müssen erreichen,
dass es auf dieser Welt nicht mehr zweierlei Menschen gibt.
dass es auf dieser Welt nicht mehr zweierlei Menschen gibt.

7. Le grand Lustucru
Quel est donc dedans la plaine
Ce grand bruit qui vient jusqu’à nous?
On dirait un bruit de chaînes
Que l’on traîne
Que l’on traîne
Que l’on traîne sur des cailloux.

C’est le grand Lustucru qui passe
C’est le grand Lustucru qui mangera
Tous les petits gars qui ne dorment guère
Tous les petits gars qui ne dorment pas.

Quel est donc sur la rivière?
Ce grand bruit qui vient jusqu’ici?
On dirait un bruit de pierres
Que l’on jette
Que l’on jette
Qu l’on jette dedans un puits.

L’Angélus sonne sur Balanche
Un pigeon tombe du clocher.
Quel est donc ce bruit de branches
Que l’on traîne
Que l’on traîne
Que l’on traîne sur le plancher?

C’est le grand Lustucru qui passe
Et c’est moi qu’il vient chercher,
Moi parce que ce soir je ne dors guère,
Moi parce que ce soir je ne dors pas.

8. One life to live
There are many minds in circulation,
believing in reincarnation.
In me you see
one who doesn’t agree.
Challenging possible affronts,
I believe I’ll only live once
And I want to make the most of it,
if there’s a party I want to be the host of it,
if there’s a haunted house I want to be the ghost of it,
if I’m in town I want to be the toast of it.

I say to me ev’ry morning
You’ve only one life to live
So why be done in? Let’s let the sun in.
And gloom can jump in the riv’!

No use to beat on the doldrums,
let’s be imaginative.
Each day is numbered,
no good when slumbered,
with only one life to live.

Why let the goblins upset you?
One smile and see how they run.
And what does worrying net you?
Nothing! The thing is to have fun!

All this may sound kind of hackneyed,
but it’s the best I can give.
Soon comes December,
so please remember
you’ve only one life to live.
Just one live to live!

9. September Song
When I was a young girl courting the boys
I played me a waiting game.
If a lad refused me I tossed my curls,
I let the old earth take a couple of whirls,
while I plied him with tears in lieu of pearls,
and as time came around he came my way,
as time came around he came.

Oh, it’s a long, long while from May to December,
but the days grow short when you reach September.
When the autumn weather turns the leaves to flame,
one hasn’t got time for the waiting game.
Oh, the days dwindle down to a precious few
September, November.
And these few precious days I’ll spend with you,
these precious days I’ll spend with you.

When you meet with the young men early in spring
they court you in song and rhyme.
They woo you with words and a clover ring,
but if you examine the goods they bring,
they have little to offer but the songs they sing,
and a plentiful waste of time of day,
a plentiful waste of time

Oh, it’s a long, long while from May to December,
but the days grow short when you reach September.
When the autumn weather turns the leaves to flame,
one hasn’t got time for the waiting game.
Oh, the days dwindle down to a precious few
September, November.
And these few golden days I’ll spend with you,
these precious days I’ll spend with you.

10. Nannas Lied
Meine Herren, mit siebzehn Jahren
kam ich auf den Liebesmarkt
und ich habe viel erfahren.
Böses gab es viel
doch das war das Spiel.
Aber manches hab ich doch verargt.
Schliesslich bin ich ja auch nur ein Mensch

Gott sei dank geht alles schnell vorüber
auch die Liebe und der Kummer sogar.
Wo sind die Tränen von gestern abend?
Wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr?
Wo sind die Tränen von gestern abend?
Wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr?

Freilich geht man mit den Jahren
leichter auf den Liebesmarkt
und umarmt sie dort in Scharen.
Aber das Gefühl wird estaunlich kühl
wenn man damit allzuwenig kargt.
Schliesslich geht ja jeder Vorrat zu Ende

Gott sei dank geht alles schnell vorüber
auch die Liebe und der Kummer sogar.
Wo sind die Tränen von gestern abend?
Wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr?
Wo sind die Tränen von gestern abend?
Wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr?

Und auch wenn man gut das Handeln
lernte auf der Liebesmess’
Lust in Kleingeld zu verwandeln
ist doch niemals leicht.
Nun, es wird erreicht.
Doch man wird auch älter unterdes
Schliesslich bleibt man ja nicht immer siebzehn

Gott sei dank geht alles schnell vorüber
auch die Liebe und der Kummer sogar.
Wo sind die Tränen von gestern abend?
Wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr?
Wo sind die Tränen von gestern abend?

11. Le train du Ciel
Crions-le tous bien haut! Au Ciel est le Seigneur!
Mais iront-ils au Ciel tous ceux qui le crièrent?
Non, ce n’est pas ton frère et ce nest pas ta sœur,
C’est moi qui ai, Seigneur, grand besoin de prières.
Voici le train du Ciel!
Malheur, malheur au moins agile!
Voici le train de l’Évangile!
Voici le train!

J’entends et tu entends tonner les roues de fer,
La cloche et le sifflet de la locomotive,
La vapeur et les freins qui me tordent les nerfs!
Cést le train du Seigneur, je le vois qui arrive!

Mais un autre train noir suit le train du Seigneur.
Vite, vite, dans le bon train
Dans le bon train monte vite pécheur!
Monte dans le train!

Roule, balance, berce, ô train silencieux,
Notre frère chéri vers la gare du Père.
Berce-le sur tes rails qui glissent vers les cieux,
Au dessus du Jordain, au-dessus du Calvaire,
Regardez, et voyez notre frère descendre
Dans les bras, du Grand Saint Pierre
Qui est venu l’attendre!

12. Fennimores Lied
Ich bin eine arme Verwandte
Und gehöre zu Andern dazu
Doch das tuen Onkel und Tante
Und nichts freut sie, was ich auch tu
Das ist kein Leben, das ist nur Verdruss
Den man, was soll denn werden, ertragen muss

Ich hab’einen Koffer voll Habe,
Den schleppe ich überall hin
Weil ich mir die Finger wund schabe
Und auch nicht die kräftigste bin.
Und nirgends will man mich behalten,
Weil ich nirgends gern geseh’n bin
Und mein bisschen Dasein verwalten
Nach meinem eigenen Sinn
Denn das ist kein Leben, das ist nur Verdruss
Den man, was soll denn werden, ertragen muss

Manchmal kann ich das träumen,
ich wäre gar nicht verwandt
Und keiner dürfte mich holen und schicken,
Ich müsste mich nicht mehr dukken und bükken,
Ich drückte dem Nächsten freudig die Hand,
Ich bin ja nicht mit ihm verwandt,
Ach das wär’ ein Leben, das wär’ein Genuss,
Wenn man vergessen könnte,
Dass man verwandt sein muss.

13. Die Sieben Tödsunden
Prolog
Meine Schwester und ich stammen aus Louisiana,
wo die Wasser des Mississippi unterm Monde fliessen,
Wie Sie aus den Liedern erfahren können.
Dorthin wollen wir zurück kehren,
lieber heute als morgen.
Lieber heute als morgen.

Wir sind aufgebrochen vor vier Wochen
nach den grossen Städten, unser Glück zu versuchen.
In sieben Jahren haben wir’s geschafft,
dann kehren wir zurück.
Aber lieber schon in sechs.

Denn auf uns warten unsre Eltern und zwei Brüder in Lousiana;
ihnen schicken wir das Geld, das wir verdienen.
Und von dem Gelde soll gebaut werden ein kleines Haus,
ein kleines Haus am Mississippi in Lousiana.
Nicht wahr, Anna? Ja, Anna.

Meine Schwester ist schön, ich bin praktisch.
Sie ist etwas verrückt, ich bin bei Verstand.
Wir sind eigentlich nicht zwei Personen,
sondern nur eine einzige.
Wir heissen beide Anna.
Wir haben eine Vergangenheit und eine Zukunft,
ein Herz und ein Sparkassenbuch
und jede tut nur, was für die andre gut ist.
Nicht wahr, Anna? Ja, Anna.

Epilog
Darauf kehrten wir zurück nach Lousiana
wo die Wasser des Mississippi unterm Monde fliessen,
sieben Jahren waren wir in den Städten
unser Glück zu versuchen.
Jetzt haben wir’s geschafft,
Jetzt steht es dar, unser kleines Haus in Louisiana
Jetzt kehren wir zurück, in unser kleines Haus
Am Mississippi Fluss, in Louisina,
Nicht wahr, Anna? Ja Anna.

14. I am a stranger here myself
Tell me is love still a popular suggestion,
or merely an obsolete art?
Forgive me for asking this simple question,
I’m unfamiliar with his heart,
I’m a stranger here myself.

Why is it wrong to murmer, I adore him,
when it’s shamefully obvious, I do?
Does love embarrass him, or does it bore him?
I’m only waiting for my cue,
I’m a stranger here myself.

I dream of a day, of a gay warm day,
with my face between his hands.
Have I lost the path, have I gone astray?
I ask, and no one understands.

Love me, or leave me, that seems to be the question;
I don’t know the tactics to use.
But if he should offer a personal suggestion,
how could I possibly refuse,
when I’m a stranger here myself?

Please tell me, tell a stranger by curiosity goaded,
is there really any danger that love is now outmoded?
I’m int’rested espec’lly in knowing why you waste it;
true romance is so fleshly, with what have you replaced it?
What is your latest foible?
Is Gin Rummy more exquisite?
Is skiing more enjoy’ble?
For heaven’s sake, what is it?

I can’t believe that love has lost its glamour,
that passion is really passé?
If gender is just a term in grammer,
how can I ever find my way,
since I’m a stranger here myself?

How can he ignore my available condition,
why these Victorian views?
You see here before you, a woman with a mission;
I must discover the key to his ignition.
And then if he should make a diplomatic proposition,
how could I possibly refuse,
when I’m a stranger here myself?

15. Is it him or is it me?
What happens now? What do I do?
I never really thought
we ever would be through.

I never dreamed I’d see the day,
but maybe he is right
we’re better off this way.
No, I’m not going to cry,
I won’t, what’s done is done.
It’s time that I was happy.
Oh,…, what have we done?

I still can smile when I remember,
how very much in love were we.
Now who’s to blame it’s dead and over,
is it him or is it me?

We used to share our ev’ry moment,
we were as close as two can be.
Why are we now just bitter strangers?
Is it him or is it me?

Gone are all the idle dreams and fancies,
silent are the future plans,
and I know when all the idle dreams
are torn into tatters, nothing matters.

O how I hate the life I’m leading,
and so does he, it’s plain to see.
So what’s the use of all the endless wond’ring?
Is it him or is it me?

16. Und was bekam des Soldaten Weib?
Und was bekam des Soldaten Weib?
aus der alten Hauptstadt Prag?
Aus Prag bekam sie die Stöckelschuh,
einen Gruss und dazu die Stöckelschuh
Das bekam sie aus der Stadt Prag.

Und was bekam des Soldaten Weib
aus Oslo über dem Sund?
Aus Oslo bekam sie das Kräglein aus Pelz,
hoffentlich gefällt’s das Kräglein aus Pelz,
Das bekam sie aus Oslo am Sund.

Und was bekam des Soldaten Weib
aus dem reichem Amsterdam?
Aus Amsterdam bekam sie den Hut
Und er steht ihr gut, der holländische Hut,
den bekam sie aus Amsterdam.

Und was bekam des Soldaten Weib?
aus Brüssel im Belgischen Land?
Aus Brüssel bekam sie die seltenen Spitzen,
ach das zu besitzen, so seltenen Spitzen,
die bekam sie aus Belgischem Land.

Und was bekam des Soldaten Weib
aus der Lichterstadt Paris?
Aus Paris bekam sie das seidene Kleid.
Zu der Nachbarin Neid, das seidene Kleid
das bekam sie aus Paris.

Und was bekam des Soldaten Weib
aus dem südlichen Bukarest?
Aus Bukarest bekam sie das Hemd
So bunt und so fremd, das romänische Hemd,
das bekam sie aus Bukarest.

Und was bekam des Soldaten Weib?
aus dem weitem Russenland?
Aus Russenland bekam sie den Witwenschleier.
Zu der Totenfeier den Witwenschleier,
das bekam sie aus Russenland,
das bekam sie aus Russenland.

17. The princess of pure delight
The Prince in orange and the Prince in blue,
and the Prince whose raiment was of lavender hue.
They sighed and they suffered and they tossed at night
for the neighbouring Princess of pure delight!
Who was secretly in love with the minstrel.

Her father, the King, didn’t know which to choose,
there were two charming Princess he’d have to refuse.
So he called for the dean of his sorcerers and
inquired which one was to win her hand.
Which they always did in those days.

My King here’s a riddle, you test them tonight,
what word of five letters is never spelled right.
What word of five letters is always spelled wrong?
The one who can answer will be wedded ere long.

The King called the three and he told them the test,
the while his fair daughter kept beating her breast.
He put them the riddle, they failed as he feared.
Then all of a sudden the minstrel appeared!

“I’ll answer that riddle” cried the singer of song.
What’s never spelled right in five letters is “wrong”.
And it’s right to spell “wrong” W R O N G.
Your Highness the Princess belongeth to me!
And I love her anyway

“Be off with you villain”, the King cried in rage,
“For my Princess a Prince, not a man from the stage!”
“But Sire”, said the minstrel “This love makes me say,
no King who’s a real King treats lovers this way.
And if you’re no real King, no Princess is she,
and if she’s no Princess then she can wed me”.
“By gad”, cried his highness “You handsome young knave,
I fear you’re right”, and his blessing he gave.

The Princess then quickly came out of her swoon,
and she looked at her swain and her world was in tune.
And the castle soon rang with cheer and with laughter,
and of course they lived happily ever after.

18. Tschaikowsky
Without the least excuse
Or the slightest provocation
May I fondly introduce?
For your mental delectation
The names that always give me brain concussion
The names of those composers known as Russian

There’s Malichevsky, Rubinstein, Arensky and Tschaikowsky
Sapelnikoff, Dimitrieff, Tscherepnin, Kryjanowsky,
Godowsky, Arteiboucheff, Moniuszko, Akimenko
Solovieff, Prokofieff, Tiomkin, Korestchenko.

There’s Glinka, Winkler, Bortniansky, Rebikoff, Ilyinsky,
There’s Medtner, Balakireff, Zolotareff and Kvoschinsky
And Sokoloff and Kopyloff, Dukelsky and Klenofsky
And Shostakovitch Borodine, Gliere and Nowakofski

There’s Liadoff and Karganoff, Markievitch, Pantschenko
And Dargomyzski, Stcherbatcheff, Scriabine, Vassilenko
Stravinsky, Rimsky-korsakoff, Mussorgsky and Gretchaninoff
And Glazounoff and Caesar Cui, Kalinikoff, Rachmaninoff

Stravinsky and Gretchnaninoff, Rumshinsky and Rachmaninoff
I really have to stop, the subject has been dwelt upon enough!
Stravinsky, Gretchnaninoff, Kvoschinsky, Rachmaninoff!
I really have to stop because you all want me to cut it off!